Wird es geben - es steht aber noch nicht fest, wann...
Ein Pfarrer schreibt über einen Pfarrer – ist das ein autobiografisches Werk?
Keineswegs. Kupferberg ist anders als ich. Aber natürlich hat es auch einen Vorteil, wenn ein Pfarrer über einen Pfarrer schreibt: Ich behaupte mal, dass ich mich in dem Berufsfeld ganz gut auskenne und ungefähr weiß, was ein Pfarrer so den ganzen Tag tut. Kupferbergs Persönlichkeit, seine Entscheidungen und seine Lebensgeschichte sind jedoch erfunden – auch wenn manche Orte und berufliche Erfahrungen aus der Wirklichkeit stammen.
Und wie ist es mit der Familie Kupferberg? Gibt es da Ähnlichkeiten?
Eher weniger. Bei uns ist es ganz anders als bei Kupferbergs zu Hause. Manchmal gibt es zwar Überschneidungen, aber die sind sehr naheliegend. Zum Beispiel: Die Kinder gehen in Offenburg zur Schule. Das tun viele Jugendliche aus Legelshurst. Trotz solcher Überschneidungen sollten keine Rückschlüsse auf reale Personen gezogen werden.
Apropos Orte: Da spielen ja einige Dörfer und Städte eine Rolle – vor allem natürlich Legelshurst, wo die Haupthandlung spielt. Was ist Ihnen dabei wichtig?
Legelshurst ist mein Wohnort – hier kenne ich mich einigermaßen aus. Die Orte sollen soweit möglich akkurat abgebildet werden, das ist mir wichtig. Gebäude, Straßen und manche Einrichtungen entsprechen möglichst genau der Realität. Die Menschen, die dort arbeiten oder wohnen, dagegen nicht. Mir war es wichtig, dass die Geschichte in einem Dorf spielt: Viele kennen sich, jeder weiß etwas – und manchmal weiß jeder etwas anderes.
Wenn nun jemand sich oder eine andere Person in einer Figur aus ihrem Roman wiedererkennt…
Dann ist das purer Zufall. Die Figuren dieses Buches sind keine Abbildung realer Personen. Die Kupferberg-Welt und die echte Welt haben Überschneidungen in den Orten und Gebäuden, aber nicht in den Menschen. Man könnte auch sagen: Das Buch erzählt eine Geschichte, wie es sein könnte, wenn in diesen bekannten Orten ganz andere Menschen leben würden.
Die Hauptperson ist ein Pfarrer. Braucht man kirchliches Hintergrundwissen oder muss man besonders kirchlich sein, um das Buch zu verstehen?
Nein. Kirche spielt natürlich eine Rolle, weil die Hauptperson Pfarrer ist. Aber man muss sich da nicht auskennen. Das Buch ist auch für Menschen gut zu lesen, die mit Kirche nicht viel anfangen können.
Es geht nun nicht nur um einen Pfarrer in seinem Dorf, sondern um einen Kriminalfall. Wie sieht es mit Ihrem Wissen über Polizeiarbeit aus?
Ich habe lange Theologie studiert – da war keine Zeit mehr für eine ausführliche Ausbildung in Kriminalistik. Ehrlich gesagt habe ich das meiste Wissen (wenn man das so nennen kann) aus dem Tatort und anderen Krimis (Bücher und Filme). Ich hoffe, das Buch ist auch für Leserinnen und Leser mit polizeilichem Hintergrund einigermaßen erträglich.
Warum ausgerechnet ein Krimi? Sie hätten ja auch etwas anderes schreiben können – ein Sachbuch, ein Kinderbuch oder ein Kochbuch.
Einen historischen Roman und eine Art Gedichtband habe ich ja schon veröffentlicht. Aber einen Krimi wollte ich immer schon mal schreiben. Dabei war mir immer klar, dass es eine Geschichte mit einem regionalen Bezug sein sollte. Und nicht blutrünstig, sondern eher humorvoll wollte ich es schreiben. Die Idee für Kupferberg ist über viele Jahre gereift – und irgendwann habe ich es aufgeschrieben.
Wann haben Sie die Zeit zum Schreiben gefunden – das Buch hat ja schon einige Seiten?
Das habe ich über mehrere Jahre immer wieder mal weitergeschrieben. Selten habe ich längere Abschnitte am Stück geschrieben, stattdessen kurze Ideen aufs Papier gebracht. Für mich ist das Schreiben ein Ausgleich. Die Kupferberg-Welt ist ein Ort, an den ich mit meinen Gedanken hingehen kann, wenn ich mal woanders sein will.
Was hat Ihnen beim Schreiben besonders Spaß gemacht?
Besonders spannend fand ich es, die Figuren weiterzuentwickeln. Gefreut habe ich mich immer, wenn ich kleine humorvolle Begebenheiten einbauen konnte. Manchmal gibt es auch kleine Hommagen an Literatur, Filme, Serien oder andere Phänomene der Popkultur – Fans derselben werden sie möglicherweise entdecken.
Auch wenn Sie deutlich gemacht haben, dass Sie nicht wie Kupferberg sind – würde es Sie reizen, als Pfarrer auch mal einen Kriminalfall im echten Leben zu lösen?
Besser nicht. Da denke ich mir lieber eine Geschichte aus.
Hatten Sie Unterstützung beim Schreiben des Buches?
Ja! Und darum möchte ich an dieser Stelle einen Dank aussprechen. Das Projekt „Kupferberg“ wäre nicht möglich gewesen ohne die Menschen, die mich dabei unterstützt haben. Ich habe von verschiedenen Testlesern wertvolle Hinweise bekommen, mit denen ich das Buch verbessern konnte. Ihnen allen möchte ich herzlich danken!